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Brides in Vorgue Teil II – Brautkleider 1910 – 1920

Zwischen 1910 und 1920 gab es einen drastischen Wechsel in der Zusammenstellung der Brautkleider. Leicht drapierte Brautlleider mit einer entweder natürlich oder höher verlaufenden Taillenlinien waren in Mode. Oft wurde diese auch mit einem Korsett kombiniert. Die Ärmel waren lang und eng anliegend geschnitten. Ein wenig wurden hier die aus der Mode gekommenen langen Handschuhe kompensiert. Das Ensemble wurde durch eine lange stark ornamentierte Schleppe vervollständigt. In der Brautmode dieser Zeit dienten besonders opulente Brokatstoffe und schwere Perlenstickereien der gewünschten Verzierung.

Brautkleider - weddingdress - brides 1918
Brautkleider 1910 – 1918

Der Haarschmuck und die Schleierform variierten, jedoch wurde das Haar immer nach oben und hinten getragen. Aber mit immer mit genügend Abstand zum Nacken, um der obligatorischen Perlenkette genug Geltungsspielraum zu geben. Sehr oft wurde der Schleier von einen Diadem aus orangefarbigen Blüten oder Perlen gehalten, der dann den ganzen Kopf und teilweise auch das Gesicht bedeckte. Besonders beliebt waren alte Familien – Schleier aus Brüsseler Spitze. Feine Tülle, deren Säume mit Spitze oder Stickereien verziert waren, kamen ebenso in Mode.

Besonders viel Wert wurde auf den Brautstrauß gelegt, der bis zu einem guten halben Meter Durchmesser haben durfte. Er war eine Zusammenstellung aus Blumen, Grün und Bändern. Außerdem waren noch zusätzliche Blumenköpfe eingeflochten.

1913 – die Brautkleider wurden kürzer

Um 1913 kamen auch kürzere Brautkleider in Mode. Die nun sichtbaren weißen Satin Slipper waren ebenso reich verziert.

Vogue notierte damals: „es kann nicht geleugnet werden, dass der kurze Rock und der kurze Schleier die Braut um mindestens drei Jahre jünger aussehen lässt“.

Die kürzeren Kleider blieben in Mode. Zwar wurde die lange Schleppe bei den damaligen Brautkleidern beibehalten, jedoch wurde sie etwas enger am Körper getragen und war weitaus weniger ornamentiert. Der Schleier wurde mit der Zeit auch immer leichter und Spitze war auf dem Rückzug gegenüber dem leichten Tüll oder Chiffon.

Die berühmteste Hochzeit dieser Dekade war die von Prinzessin Patricia mit Kommandant Alexander Robert Maule Ramsay RN im Jahr 1919. Voque schrieb: „es war wahre Liebe – auch eine Prinzessin zieht manchmal die Romantik der Königlichkeit vor“. Prinzessin Patricia wurde nämlich zu Lady Victoria Ramsey.

Übrigens, damals waren zuerst enge – bereits verheiratete – Freundinnen die liebsten Brautjungfern. Das änderte sich aber im Laufe der Dekade, denn nun war es üblich auch unverheiratet als Brautjungfer aufzutreten.

 

Links zu Ateliers für Brautkleider:

Ali Thompson

Kaviar Gauche

 

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Brautkleider 1910 – 1918
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Brautkleider 1910 – 1918
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Brautkleider 1910 – 1918

 

 

Die Autorin:

Braun Spitzen & Tülle - K. Braun

 

Katharina Braun (34) ist neben Ihrer Mutter Gabriele Braun Gesellschafterin der Braun Spitzen & Tülle GmbH & Co. KG. Nach Ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre begann sie im elterlichen Betrieb zu arbeiten. „Am liebsten bastle ich mit Kindern in der KITA meines Sohnes. Hier entstehen die tollsten Sachen aus unseren Stoffen.“